FrenuyumDie Nephilim *daw*
#1
Ich lag nackt und halb in einem Knäuel Duschvorhang verheddert am Boden der Badewanne und strampelte. Ich rutschte aus, und meine 2,18 Meter Körpergröße machten mehr Lärm, als ich für möglich gehalten hätte, während ich verzweifelt nach irgendetwas suchte, um das Gleichgewicht zu halten. Ich scheiterte und riss den Duschvorhang mit. Der Wasserstrahl schien plötzlich die Richtung zu ändern, als hätte der Duschkopf ein Eigenleben entwickelt, was das Chaos noch vergrößerte.
"Hey Mallik, alles okay?", drangen Darryls gedämpfte Worte durch die Tür.
Ich hörte ein Klicken vom Türknauf des Badezimmers und versuchte, mich zu bedecken. „Komm nicht rein. Mir geht's gut!“
Die Zeit schien endlos zu vergehen, während sich mein Kopf zur Tür drehte. Es war dieser quälende Moment des Grauens, den man empfindet, wenn das Auto von der Straße abkommt und einen in den Tod reißt.
Darryl stieß die Tür auf und eilte zu den Armaturen, um den Wasserstrahl abzustellen, der mich und einen Großteil des Badezimmerbodens überflutete. „Hey! Alles okay?“
Seine tiefbraunen Augen wanderten an meinem blassen, geisterhaften Körper entlang bis zu meiner Taille. Ich sah, wie sich sein fürsorgliches und freundliches Gesicht zu einem Ausdruck tiefsten Ekels verzerrte. „Was zum Teufel bist du?!“
Heiße Tränen rannen mir über die Wangen, während meine Augen weiß aufleuchteten. „Raus hier!“ Ich richtete mich auf und zog die Knie an die Brust.
„Was zum Teufel!“, rief Darryl und wich langsam zurück, als wäre er gerade auf ein reißendes Tier gestoßen, das ihn als seine nächste Mahlzeit anvisierte.
Sein Rücken prallte gegen die Wand, und er stieß einen Schrei aus. Er drehte sich um und rannte aus dem Badezimmer. Ich hörte seine Schritte durch das kleine Hotelzimmer poltern und dann das Klirren von Metall, als er mit dem Schloss hantierte. Ich kletterte aus der Wanne und sah ihm nach, wie er die Tür aufstieß und in die kalte, einsame Nacht floh.
Ich liebte ihn, hatte für ihn getötet, und nun floh er vor mir, aus Angst um sein Leben. Ich stand auf, nahm ein Handtuch von dem verrosteten Wandregal und wickelte es mir um die Hüften. Wir sind nicht die Art von Nachtwesen, die die Polizei rufen, also fürchtete ich mich nicht vor unerwartetem Besuch. Ich ging durch den Raum und schloss die Tür, um die Kälte und den Verkehrslärm draußen zu halten. Wenigstens würde ich heute Nacht einen warmen, trockenen Platz zum Ausruhen haben, selbst wenn Darryl nicht neben mir lag. Meine Ängste und Hoffnungen vermischten sich mit dem Gedanken, dass er vielleicht zurückkehren würde.
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